Die Geschichte

Unsere Maaraue ist eine Halbinsel an der Mündung des Mains in den Rhein. Sie gehört seit Mitte der 1990er Jahre vollständig zu Mainz-Kostheim.

Große Bedeutung hatte die Maaraue zu den Hochzeiten der Flößerei auf dem Main, daher heißt der Flussarm, welcher die Maaraue vom Festland trennt, noch heute Floßhafen oder Lache.

Der deutsche Kaiser Friedrich Barbarossa hielt auf der Maaraue zu Pfingsten im Jahr 1184 einen großen Hoftag ab, der unter dem Namen "Mainzer Hoftag"

bekannt wurde. Dieses Fest galt nach der sächsischen Weltchronik als die größte und prachtvollste Veranstaltung dieser Art in deutschen Landen. Nach dem Hennegauer Kanzler Gislebert von Mons nahmen 70.000 Gäste, darunter Könige und Herzöge, daran teil.

Die Maaraue ist heute überwiegend ein Erholungsgebiet, auf dem sich auch das Bootshaus der Kasteler Ruder- und Kanu Gesellschaft 1880 e.V. (kurz KRKG) befindet. Ebenfalls zur KRKG gehören seit 1953 der angrenzend liegende Campingplatz und seit 1961 die hinter dem Haus befindlichen Tennisplätze.

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Karte von Costheim und die Maaraue aus dem Jahr 1741

Nachdem das maarauer Bootshaus der KRKG im Dezember 1944 durch einen Bombenangriff bis auf die Grundmauern zerstört wurde, verlor der Verein im Februar 1945 dann auch noch sein zweites Bootshaus (Eleonorenstraße) in Mainz-Kastel. Mit Hilfe tatkräftiger Mitglieder des Vereins wurde das Bootshaus auf der Maaraue über Jahre hinweg in mühseliger Handarbeit langsam und stetig wieder aufgebaut. Am 07. September 1952 wurde das wieder errichtete KRKG Bootshaus auf der Maaraue eingeweiht.

Zum 100. Geburtstag (1980) erhielt der Verein von der Stadt Wiesbaden ein Geldgeschenk, welches für die Sanierung des Bootshauses vorgesehen und an eine Bedingung geknüpft war. Mindestens die gleiche Summe müsse durch den Verein in die Sanierung investiert werden, so die Vorgabe. Der große Saal war in die Jahre gekommen und "der Zahn der Zeit" hatte sichtliche Spuren hinterlassen. Die Gaststätte musste unbedingt saniert werden. Im Zuge dieser Sanierung wurden auch gleich neue Seitenfenster, das Panoramafenster und die beiden Terrassentüren verbaut. Zudem war durch Hochwasser die gesamte Heizungsanlage unbrauchbar geworden und wurde notgedrungen ebenfalls erneuert.

Die Zukunftserwartungen waren nach der Fertigstellung der Sanierungsarbeiten und der damit verbundenen Investition - in die Gaststätte - entsprechend hoch. Der damalige Vereinsvorstand erhoffte sich nun einen Pächter der aus dem neu gebotenen etwas macht und das Potential dieser schönen Location und der herrlichen Lage nutzen würde. Berichten zufolge war dem dann aber leider nicht so. Viele wenig erfolgreiche Versuche die Gastronomie lukrativ und ambitioniert zu führen und dem - letztendlichen - Scheitern mussten hingenommen und auch finanziell bewältigt werden. Erst ab dem Jahr 1996 gab es für ein paar Jahre einen Lichtblick mit Aussicht auf eine erfolgreiche und florierende Zukunft. Das Ehepaar, dass die Gaststätte damals übernahm und das Geschäft vorantrieb, war tatsächlich engagiert und erfolgreich in ihrem Tun. Leider hielt auch dies nicht übermäßig lange an. Anfang der 2000er Jahre musste das Ehepaar - krankheitsbedingt - den Betrieb der Gaststätte aufgeben.

Im Sommer 2020, nach einer längeren Zeit des Leerstands, übernahmen wir die Räumlichkeiten. Der Verein hatte eigentlich schon aufgegeben und wollte aus den Räumen im 1. Stock über der Kanuhalle einen Fitnessraum machen, sagte man uns bei einem der ersten Gespräche mit einem verschmitzten Lächeln. Wir sind sehr froh dass es nicht so gekommen ist und wir die Chance bekommen haben an diesem besonderen Ort mitzuwirken.

Unser Plan: Wir müssen ganz von vorne beginnen!

Also krempelten wir die Ärmel hoch und begannen die Gaststätte, die inzwischen leider erneut sehr geschunden und heruntergekommen war, zu renovieren. Ein Vorhaben, dass sich Anfangs noch in einem überschaubaren Rahmen zu bewegen schien, sich dann leider zu einer gefühlt endlosen Baustelle entwickelt hat. Mal von der Anschaffung der - größtenteils - neuen Einrichtung abgesehen, mussten die Wände, die Decke, die Verkleidungen, die Terrasse, die Fensterbänke, die komplette Elektrik (inkl. neuer Schaltkästen), die alten Sanitärräume und die Küche (inkl. Ausstattung) erneuert werden. Trotz des enormen Zeitaufwands und der hohen Kosten für den Verein und uns, haben wir unser möglichstes getan um unser Konzept, konsequent, mit viel Leidenschaft und Kraftaufwand umzusetzen. 

Mit größter Hoffnung und Zuversicht starten wir also bald in unser neues Abenteuer "Bootshaus am Rhein". Natürlich bemühen wir uns in erster Linie den Erwartungen unserer Gäste gerecht zu werden. Aber auch dem Verein schulden wir unsere höchste Anerkennung für das Vertrauen, die tolle Zusammenarbeit und die andauernde Unterstützung.